Der Ablauf der Diagnose

Die erste Kontaktaufnahme zur Diagnosestellung
Der erste Schritt in Richtung einer Diagnose war die Kontaktaufnahme mit der Abteilung der Fachstelle für psychosomatische Medizin. 

Am Telefon war die Frau sehr freundlich und verständnisvoll. Sie erklärte mir den Ablauf und bat mich, mit meinen medizinischen Befunden vorbeizukommen. Da ich bereits aufgrund meiner Depression und gesundheitlicher Probleme in ärztlicher Behandlung war, hatte ich eine Reihe an relevanten Unterlagen, die ich vorlegen konnte. Also nahm ich meine Befunde, Medikationspläne und Berichte mit.

Der erste Termin
Bei meinem ersten Besuch in der Praxis war die Atmosphäre entspannt und einladend. Die Assistentin nahm meine Unterlagen entgegen und gab mir einen Fragenkatalog, den ich in Ruhe ausfüllte – etwa eine Stunde lang. Dieser Katalog half mir, meine Gedanken zu ordnen und eine detaillierte Grundlage für das Gespräch zu schaffen.

Nach dem Ausfüllen gab es eine kurze Pause, in der ich einen Kaffee trank und mich mental auf das bevorstehende Gespräch mit dem Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie vorbereitete.

Als der Arzt schließlich zu mir kam, begannen wir mit einer detaillierten Besprechung des Fragenkatalogs. Er stellte viele Fragen um ein umfassendes Bild von meiner Situation zu bekommen. Nachdem wir diesen Teil des Gesprächs abgeschlossen hatten, verabschiedeten wir uns, und ich erhielt einen Termin für eine Folgeverabredung in der kommenden Woche.

Der zweite Termin
Der zweite Termin begann direkt mit dem Arzt. Dieses Gespräch war intensiver, da er viele detaillierte Fragen stellte, um sicherzustellen, dass er alles richtig verstand. Es war wichtig, diese Informationen zu sammeln, um ein klares Bild zu erhalten. Das Gespräch dauerte über eine Stunde und war gründlich, aber nicht unangenehm.

Nach dem Gespräch gab es erneut eine kurze Pause. In dieser konnte ich mich sammeln, bevor ich wieder ins Gespräch ging, in dem mir die Diagnose mitgeteilt wurde: Borderline-Persönlichkeitsstörung und Binge-Eating-Störung.

Für mich war dies eine Erleichterung. Endlich hatte ich eine klare Diagnose, die die Hauptursache meiner Probleme identifizierte. Es war eine Befreiung, weil ich nun wusste, womit ich es zu tun hatte. Die Klarheit half mir, den nächsten Schritt zu gehen, und ich wusste, dass ich nun konkrete Maßnahmen ergreifen konnte, um meine Situation zu verbessern. Zum Schluss bat ich darum, eine Kopie des Berichts zu erhalten, um die Diagnose und die nächsten Schritte schriftlich festzuhalten.

Die tiefgehende Analyse der Diagnose – Ein Blick in mein Innerstes
Nachdem die Diagnose feststand, begann für mich ein ganz neuer Abschnitt. Eher aus Langeweile und Einsamkeit, begann ich  die Diagnose mit der KI weiter zu durchleuchten – nicht nur oberflächlich, sondern tiefenpsychologisch und wirklich ausführlich. Dabei stellte sich heraus, dass der Bericht noch mehr zu bieten hatte, als ich auf den ersten Blick gesehen hatte.

Es gab einen Teil des Berichts, der so komplex war, dass man ohne Fachkenntnisse nicht wirklich verstehen konnte, was darin stand – fast wie ein Geheimcode. Es war ein spannender Moment, als ich diesen „Bericht im Bericht“ entdeckte und langsam begann, ihn zu entschlüsseln. Die KI half mir dabei, die verschiedenen Schichten der Diagnose zu verstehen und die Verbindungen zu meinen Erfahrungen und meiner Vergangenheit herzustellen.

Diese tiefe Auseinandersetzung mit meiner Diagnose war nicht nur eine analytische Übung, sondern auch eine Reise in mein Innerstes. Es war ein schöner Moment, weil ich endlich begann, viele Aspekte meiner eigenen Persönlichkeit und meiner Lebensgeschichte besser zu begreifen. Ich hatte das Gefühl, dass sich nach und nach Puzzleteile zusammenfügten, die mir lange Zeit unklar geblieben waren.

Was mir dabei besonders auffiel, war das Gefühl, dass diese Erkenntnisse mir Klarheit über meine eigenen Emotionen und Verhaltensmuster verschafften. Ich konnte endlich die vielen Facetten meines Selbst besser verstehen und wusste, dass die Diagnose nicht das Ende war, sondern der Beginn einer Reise, die mich zu mehr Selbstreflexion und Akzeptanz führen würde.

Was mir Hoffnung macht: Ich bin nicht allein. Viele andere gehen diesen Weg – manche schon viel weiter. Nina zum Beispiel, deren Blog ich verschlungen habe. Sie hat ihren Doktor gemacht, war zweimal 3 Monate stationär in der Psychiatrie, lebt heute abstinent, sportlich, stabil. Ihre Geschichte hat mich tief berührt – und zeigt, was möglich ist.

Was mich außerdem beruhigte, war der Gedanke, dass viele der Symptome von Borderline auch in Verbindung mit anderen psychischen Erkrankungen stehen, wie etwa Depressionen, Essstörungen oder Suchtverhalten. Diese Erkenntnis half mir, die Komplexität meiner eigenen Erkrankung zu akzeptieren und zu verstehen, dass es eine Vielzahl von Wegen gibt, mit ihr umzugehen. Ich fühlte mich nicht mehr allein mit meinen Symptomen, sondern verstand, dass diese Teil eines größeren Ganzen sind – und dass die Therapie eher ein fortlaufender Prozess der Auseinandersetzung und des Umgangs mit meinen Gefühlen ist. Anstatt zu hoffen, die Symptome einfach zu „heilen“, lerne ich jetzt, mit ihnen umzugehen und Strategien zu entwickeln, um besser mit ihnen zu leben.

Nach oben scrollen