Den Befund verstehen: Eine kommentierte Analyse meiner Diagnose

Ausführliche Analyse des Befunds

1. Allgemeine Informationen zum Dokument

Der Befund stammt aus dem Krankenhaus , genauer aus der Abteilung für Psychosomatische Medizin.

Er wurde am 10. März 2025 erstellt und ist an deinen Psychiater, gerichtet.

Das Ziel des Berichts ist es, eine Übersicht über deine aktuellen Diagnosen, Vorerkrankungen und Beschwerden zu geben.


2. Diagnosen und ihre Bedeutung

2.1 Psychische Diagnosen

1) Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (F60.3) – Borderline-Persönlichkeitsstörung

  • Diese Störung ist dadurch gekennzeichnet, dass deine Emotionen sehr intensiv und schwer zu kontrollieren sind.
  • Häufige Symptome sind:
    • Extreme Stimmungsschwankungen
    • Starke Angst vor dem Alleinsein oder Verlassenwerden
    • Schwarz-Weiß-Denken (Menschen sind entweder gut oder böse, ohne Grautöne dazwischen)
    • Impulsives Verhalten (z. B. riskantes Verhalten, Essanfälle, Selbstverletzung)
    • Probleme mit der eigenen Identität (Du weißt oft nicht genau, wer du bist oder was du willst)
    • Starke zwischenmenschliche Konflikte (intensive, oft instabile Beziehungen)
Bedeutung für dich:

Diese Diagnose zeigt, dass viele deiner emotionalen Reaktionen nicht einfach eine „Charakterschwäche“ sind, sondern Teil einer psychischen Erkrankung. Das bedeutet, dass du nicht schuld an diesen Reaktionen bist – es ist ein krankheitsbedingtes Muster, das du aber mit der richtigen Therapie beeinflussen kannst.


2) Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1)

  • „Rezidivierend“ bedeutet, dass die Depression immer wieder auftritt und nicht nur eine einmalige Episode war.
  • „Mittelgradig“ bedeutet, dass die Symptome schwerer sind als eine leichte Depression, aber du noch nicht völlig handlungsunfähig bist.

Typische Symptome:

  • Anhaltende Niedergeschlagenheit
  • Energieverlust und Antriebslosigkeit
  • Gefühle der Wertlosigkeit oder Schuld
  • Konzentrationsprobleme
  • Schlafstörungen (entweder zu viel oder zu wenig Schlaf)
  • Appetitveränderungen (starker Hunger oder völlige Appetitlosigkeit)
Bedeutung für dich:

Diese Diagnose erklärt, warum du Phasen hast, in denen du dich nicht motivieren kannst, Dinge zu tun. Auch die Erschöpfung und das Gefühl, „alles sei sinnlos“, sind Teil der Krankheit und kein persönliches Versagen.


3) Verdacht auf Binge-Eating-Störung (Essanfälle, noch nicht bestätigt)

  • Hierbei handelt es sich um eine Essstörung, bei der es zu unkontrollierten Essanfällen kommt.
  • Anders als bei Bulimie erfolgt danach kein Erbrechen oder andere Maßnahmen, um das Essen „rückgängig zu machen“.
Bedeutung für dich:

Wenn diese Diagnose bestätigt wird, könnte eine gezielte Behandlung helfen, dein Essverhalten zu regulieren. Viele Menschen mit Borderline haben eine Essstörung, weil Essen oft als eine Art „Selbstberuhigung“ genutzt wird.


2.2 Körperliche Diagnosen

4) Adipositas Grad III (E66.0) – krankhafte Fettleibigkeit

  • Adipositas Grad III bedeutet, dass dein Body-Mass-Index (BMI) über 40 liegt.
  • Dies stellt eine ernste gesundheitliche Belastung dar und erhöht das Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes und Gelenkprobleme.
Bedeutung für dich:

Die Adipositas kann deine anderen Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck) verstärken. Ärzte nehmen diese Diagnose oft ernst, weil sie langfristig deine Lebenserwartung beeinflussen kann.


5) Herzinfarkt (NSTEMI 10/2024)

  • Ein NSTEMI (Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt) ist eine Form des Herzinfarkts, die oft nicht sofort erkannt wird, aber trotzdem schwerwiegend ist.
  • Er entsteht, wenn ein Blutgefäß im Herzen teilweise verstopft ist und der Herzmuskel nicht genug Sauerstoff bekommt.
Bedeutung für dich:

Nach einem Herzinfarkt kann es sein, dass du schneller müde wirst oder weniger belastbar bist. Deine Herzfunktion ist möglicherweise dauerhaft eingeschränkt.


6) Tiefe Beinvenenthrombose (ED 10/2024)

  • Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel in einer Vene.
  • In deinem Fall liegt sie im rechten Bein, was bedeutet, dass sich das Blut nicht richtig zurück zum Herzen bewegt.
  • Wenn sich ein Gerinnsel löst, kann es zu einer Lungenembolie führen, was lebensgefährlich wäre.
Bedeutung für dich:

Das erklärt möglicherweise deine nächtlichen Beinschmerzen. Die Blutgerinnung muss genau kontrolliert werden, damit keine weiteren Komplikationen entstehen.

Detaillierte Analyse deines Befunds


1. Allgemeine Informationen

Der Bericht stammt aus der Abteilung für Psychosomatische Medizin. Es handelt sich um eine Zusammenfassung von Vorgesprächen, die zwischen dem 5. und 19. Februar 2025 geführt wurden.

Der Bericht wurde an, deinen Psychiater geschickt ,der anscheinend für deine ambulante Weiterbehandlung zuständig ist.


2. Diagnosen

Hier sind die Diagnosen, die im Bericht genannt werden:

Hauptdiagnosen:

  1. Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (F60.3)
    • Das ist die offizielle medizinische Bezeichnung für Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS).
    • Hauptmerkmale sind:
      • starke emotionale Schwankungen,
      • Probleme mit der Impulskontrolle,
      • instabile Beziehungen,
      • starkes Schwarz-Weiß-Denken,
      • intensive Angst vor dem Verlassenwerden.
    • Es wird keine Unterform genannt (es gibt die impulsive und die Borderline-Variante).
  2. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1)
    • „Rezidivierend“ bedeutet wiederkehrend.
    • Das heißt, dass du mehrmals depressive Episoden hattest, und die aktuelle als „mittelgradig“ eingestuft wird.
    • Symptome sind:
      • gedrückte Stimmung,
      • wenig Antrieb,
      • Schlafprobleme,
      • Schuldgefühle und
      • Interessensverlust.
  3. Binge-Eating-Störung (DD, noch nicht sicher bestätigt)
    • „Binge-Eating“ bedeutet unregelmäßige, unkontrollierte Essanfälle, oft mit extrem großen Mengen.
    • Der Arzt hat es hier als “DD” (Differenzialdiagnose) gekennzeichnet – das heißt, es ist noch nicht zu 100 % bestätigt, aber es gibt Anzeichen.
  4. Adipositas Grad III (E66.0)
    • „Adipositas“ bedeutet Fettleibigkeit, Grad III heißt „schwere Fettleibigkeit“.
    • Mit deinem BMI von 41,3 kg/m² liegt dieser Wert über der Grenze für Grad III.

Vordiagnosen (frühere Erkrankungen):

  • Rezidivierende depressive Störung, schwere Episode (F33.2G)
    • Frühere Episoden waren also schwerer als die jetzige.
  • Alkoholkonsumstörung (ICD-10 F10.2)
    • Frühere Probleme mit Alkohol.
    • Du hast Alkohol gezielt in depressiven Phasen genutzt.
    • In der Klinik hast du angegeben, dass du seit der psychiatrischen Behandlung abstinent bist.
  • Herzinfarkt (NSTEMI, 10/2024)
    • NSTEMI bedeutet “Nicht-ST-Hebungsinfarkt”, eine Form des Herzinfarkts, die weniger dramatisch verläuft als ein klassischer Infarkt, aber trotzdem gefährlich ist.
    • Ursache war wahrscheinlich die tiefe Beinvenenthrombose.
  • Tiefe Beinvenenthrombose rechts (ED 10/2024)
    • Blutgerinnsel in der rechten tiefen Beinvene.
    • Die Gefahr besteht, dass sich das Gerinnsel löst und eine Lungenembolie auslöst.
  • Schlaganfall (DD Stroke außerhalb des Zeitfensters 10/2024)
    • „DD Stroke“ bedeutet, dass ein Schlaganfall vermutet wurde, aber es unsicher war, ob er wirklich vorlag.
  • Helicobacter pylori positive erosive Duodenitis + Typ-B-Gastritis
    • Helicobacter pylori ist eine Bakterienart, die Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) und Magengeschwüre verursachen kann.
    • Duodenitis ist eine Entzündung des Zwölffingerdarms.

3. Medikamentenplan

Der Medikamentenplan wurde am 28. Januar 2025 festgelegt und enthält folgende Medikamente:

  • Escitalopram (Antidepressivum, SSRI) → 5 mg

    → Reduziert Ängste und depressive Symptome.
  • Zopiclon (Schlafmittel) → 7,5 mg

    → Unterstützt das Einschlafen, sollte aber nicht dauerhaft genommen werden.
  • Clopidogrel (Blutverdünner) → 75 mg

    → Verhindert Gerinnselbildung nach dem Herzinfarkt.
  • Bisoprolol (Betablocker) → 2,5 mg

    → Senkt den Blutdruck und entlastet das Herz.
  • Candesartan (Blutdrucksenker) → 16 mg

    → Unterstützt das Herz-Kreislauf-System.
  • Empagliflozin (Jardiance, Diabetes-Medikament) → 10 mg

    → Wird auch bei Prädiabetes verschrieben, schützt zudem das Herz.
  • Rosuvastatin (Cholesterinsenker) → 20 mg

    → Senkt das „schlechte“ LDL-Cholesterin.
  • Thiamin (Vitamin B1) → 100 mg

    → Wichtig für das Nervensystem.
  • Tamsulosin (Prostatamittel) → 0,4 mg

    → Erleichtert das Wasserlassen bei Prostataproblemen.
  • Allopurinol (gegen Gicht) → 100 mg

    → Reduziert Harnsäure im Blut.
  • Pantoprazol (Magenschutz) → 40 mg

    → Schützt vor Magenschäden durch Medikamente.
  • ASS 100 (Blutverdünner) → 100 mg

    → Ebenfalls zur Gerinnselverhinderung.

4. Psychologischer Befund

  • Du machst einen klaren, logischen Eindruck.
  • Deine Stimmung ist allerdings gedrückt, angespannt und nervös.
  • Du hast Zwangsgedanken (zum Beispiel immer wiederkehrende, belastende Gedanken).
  • Dein Appetit ist extrem gesteigert, du isst sehr große Mengen.
  • Keine akuten Suizidgedanken oder Selbstverletzungen.

5. Testpsychologische Untersuchung

  • PHQ-D-Test: Hinweis auf Depression und Binge-Eating.
  • SCID-5-PD-Test: Hinweise auf Borderline-Persönlichkeitsstörung und antisoziale Tendenzen.
  • IPDE-Test: Bestätigt Borderline-Diagnose.

6. Therapieempfehlung

  • Langfristige Psychotherapie ist dringend empfohlen.
  • Ein fester Ansprechpartner (hausärztliche Anbindung) wird empfohlen.
  • Falls du eine intensivere Therapie möchtest, wäre eine stationäre Behandlung möglich.

7. Fazit

Dein Befund bestätigt die Diagnosen, die du selbst schon kanntest, und liefert zusätzliche Informationen. Deine Hauptprobleme liegen in Depression, Borderline, Binge-Eating und den Folgen deines Herzinfarkts und der Thrombose.

Die Ärzte empfehlen dir eine langfristige Psychotherapie und gegebenenfalls eine stationäre Behandlung, wenn deine Belastung zu groß wird.


Falls du noch Fragen hast, frag mich gerne!

Antisoziale Tendenzen & Zwang – Eine ausführliche Analyse auf dich bezogen

Ich werde das so erklären, dass es konkret auf dich passt und nicht nur eine allgemeine Definition bleibt.


1. Antisoziale Tendenzen – Was bedeutet das?

Der Bericht sagt, dass du im SCID-5-PD-Test (Structured Clinical Interview for DSM-5 Personality Disorders) Anzeichen für Borderline und antisoziale Persönlichkeitszüge gezeigt hast.

Was bedeutet “antisozial” im klinischen Sinne?

  • Das Wort “antisozial” wird oft missverstanden. Es bedeutet nicht „asozial“ oder „kein Interesse an anderen Menschen“.
  • In der Psychologie bedeutet es eher:
    • Regeln und Normen infrage stellen
    • Wut gegen Ungerechtigkeit oder Autoritäten
    • Impulsivität und risikoreiches Verhalten
    • Ein gewisses Misstrauen gegenüber Systemen und Strukturen
    • Mangelndes Schuldbewusstsein nach impulsiven Handlungen (was nicht heißt, dass du nie Schuldgefühle hast)

Wie passt das auf dich?

  1. Misstrauen gegenüber Behörden und Institutionen
    • Du hast mehrfach erlebt, dass das System versagt hat (Beispiel: Die späte Diagnose deiner Frau, der Scharlatan mit der Krebsdiät, das Verhalten des Jobcenters nach ihrem Tod).
    • Dadurch ist dein Vertrauen in Institutionen erschüttert.
    • Du erwartest tendenziell, dass die Dinge nicht fair laufen und dass du kämpfen musst.
  2. Wut über Ungerechtigkeit
    • Du reagierst sehr stark emotional auf Ungerechtigkeiten – egal, ob sie dich oder andere betreffen.
    • Beispiel: Der Radiologe hat den Knoten in der Lunge übersehen, und das hat dein Leben komplett verändert.
    • Deine Reaktion darauf ist intensiv und dauerhaft, du kannst es nicht einfach „loslassen“.
  3. Regeln und Normen hinterfragen
    • Du hast mehrfach in deinem Leben eigenständig und gegen den Strom gehandelt.
    • Beispiel: Deine Auswanderung nach Polen, dein Wunsch, unabhängig zu sein und nicht in ein System gezwungen zu werden.
    • Du folgst Regeln nicht blind – du analysierst und bewertest sie selbst.
  4. Impulsivität in Konflikten
    • In stressigen Situationen kannst du stark emotional reagieren, eventuell auch impulsiv.
    • Beispiel: In deiner Beziehung zur Herzschwester gibt es Momente, in denen du das Gefühl hast, dass du explodieren könntest, wenn sie dich ghostet oder manipuliert.
  5. Fehlende Schuldgefühle nach Impulsivität?
    • Du hast nach impulsiven Handlungen wahrscheinlich zwei extreme Gegensätze:
      1. In der Situation fühlst du dich im Recht – du empfindest keine Reue, weil du dein Handeln als gerechtfertigt siehst.
      2. Später kommt aber die große Selbstkritik und Selbstzerfleischung, und du fragst dich, ob du es übertrieben hast.

🔹 FAZIT:

  • Du hast keine antisoziale Persönlichkeitsstörung, aber du hast einige antisoziale Persönlichkeitszüge, die wahrscheinlich aus deinen Lebenserfahrungen entstanden sind.
  • Diese Tendenzen zeigen sich vor allem in deinem starken Sinn für Gerechtigkeit, Misstrauen gegenüber Autoritäten und impulsiven Reaktionen in Konflikten.

2. Zwang – Was ist damit gemeint?

In deinem psychologischen Befund wird gesagt, dass du Zwangsgedanken hast.

Was sind Zwangsgedanken?

  • Aufdringliche Gedanken, die sich immer wieder im Kopf abspielen
  • Sie fühlen sich unfreiwillig an und wiederholen sich ständig
  • Typisch sind Gedanken wie:
    • „Was wäre, wenn ich das falsch gemacht habe?“
    • „Was, wenn die anderen mich nicht mögen?“
    • „Was, wenn sie mich verlässt?“
  • Man kann sie nicht einfach „abschalten“, sie sind hartnäckig und oft irrational.

Wie passt das auf dich?

  1. Die Situation mit deiner Herzschwester
    • Deine Gedanken drehen sich im Kreis um das Ghosting.
    • Logisch weißt du, dass du nichts falsch gemacht hast, aber emotional kannst du es nicht abschalten.
    • Du versuchst, dich abzulenken, aber es funktioniert nicht gut.
  2. Schuldgefühle und Vergangenes durchdenken
    • Du analysierst und überdenkst oft vergangene Situationen.
    • Das zeigt sich in deiner Art zu schreiben – du willst alles genau verstehen und aufarbeiten.
  3. Perfektionismus bei bestimmten Themen
    • Du setzt dich unter Druck, wenn du etwas tust (z. B. beim Schreiben).
    • Es muss perfekt sein, und du hinterfragst deine eigenen Worte immer wieder.

Warum passiert das?

  • Zwangsgedanken sind oft ein Versuch des Gehirns, Kontrolle über etwas zu behalten, das eigentlich nicht kontrollierbar ist.
  • Bei Borderline sind Zwangsgedanken häufig, weil du extrem sensibel auf emotionale Unsicherheit reagierst.
  • Dein Gehirn sucht nach einer Lösung, aber die Gedanken drehen sich immer wieder im Kreis.

3. Wie kannst du damit umgehen?

Antisoziale Tendenzen

  • Bewusstsein darüber hilft schon viel – du kannst dich fragen:
    • „Reagiere ich gerade aus echter Überzeugung oder aus meinem Muster heraus?“
    • „Bringt mich diese Wut weiter, oder hält sie mich nur gefangen?“
  • Schreiben als Ventil: Deine Fähigkeit, deine Gedanken in Texte zu fassen, ist eine echte Stärke.

Zwangsgedanken

  • Die Gedanken beobachten, aber nicht bekämpfen
    • Ein Trick ist: Nicht „Warum denke ich das?“, sondern „Aha, da ist dieser Gedanke wieder“.
    • Akzeptieren, dass er da ist, aber ihm keine Macht geben.
  • Realitätscheck machen
    • Zum Beispiel: „Habe ich beweise, dass meine Herzschwester mich absichtlich verletzen will, oder ist das nur meine Angst?“
  • Unterbrechen durch Skills
    • Kaltes Wasser
    • Starke körperliche Aktivität
    • Musik, die deine Emotionen beeinflusst (z. B. aggressive Musik, wenn du wütend bist, ruhige Musik zum Runterkommen)

Fazit

  • Antisoziale Tendenzen bei dir sind keine „Störung“, sondern ein Schutzmechanismus, den du durch deine Lebenserfahrungen entwickelt hast.
  • Deine Zwangsgedanken entstehen aus deinem Bedürfnis nach Kontrolle über Unsicherheit.
  • Du kannst lernen, mit diesen Mustern umzugehen, indem du sie erkennst und bewusst steuerst.

Lass mich wissen, ob ich etwas noch detaillierter erklären soll!

Ah, du meinst deine narzisstischen Züge. Das ist ein wichtiger Punkt, weil er oft missverstanden wird. Lass uns das ausführlich und bezogen auf dich analysieren.


1. Was bedeutet „narzisstische Züge“?

„Narzisstische Züge“ bedeuten nicht automatisch eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS). Viele Menschen haben einzelne narzisstische Eigenschaften, ohne dass es krankhaft ist.

Die Hauptmerkmale sind:

  • Ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung
  • Ein fragiles Selbstwertgefühl, das von Bestätigung abhängt
  • Das Gefühl, in manchen Bereichen „besser“ oder „besonders“ zu sein
  • Schwierigkeiten mit Kritik oder Zurückweisung
  • Ein Wechsel zwischen Selbstüberschätzung und Selbstzweifel

In deinem Bericht steht, dass ein Zusammenhang mit narzisstischen Persönlichkeitsanteilen besteht. Das bedeutet: Es gibt Eigenschaften, die in diese Richtung gehen, aber es ist keine reine NPS.


2. Wo zeigen sich narzisstische Züge bei dir?

a) Dein Bedürfnis nach Anerkennung

  • Du hast geschrieben, dass deine Texte starke Emotionen bei anderen auslösen.
  • Das Schreiben gibt dir nicht nur Klarheit, sondern auch eine Art von Bestätigung und Bedeutung.
  • Wenn Menschen deine Geschichte lesen und beeindruckt sind, gibt dir das etwas – das ist völlig normal.
  • Aber wenn du keine Rückmeldung bekommst oder ignoriert wirst, kann das dich sehr belasten.

Das ist ein klassischer narzisstischer Zug: Das Bedürfnis, gesehen zu werden.


b) Dein Selbstbild schwankt stark

  • Manchmal siehst du deine Entwicklung als etwas Besonderes, fast Einzigartiges („meine Geschichte muss erzählt werden“).
  • Dann wieder zweifelst du an dir und hinterfragst alles.
  • Dieser Wechsel zwischen Größen- und Minderwertigkeitsgefühlen ist typisch für Narzissmus – und auch für Borderline.

Besonders wichtig: Das bedeutet nicht, dass du arrogant oder egozentrisch bist!

Es zeigt eher, dass dein Selbstwertgefühl instabil ist.


c) Schwierigkeiten mit Zurückweisung

  • Deine Herzschwester ist das beste Beispiel. Ihr Verhalten (Ghosting) verletzt dich extrem.
  • Das liegt nicht nur an der Verlustangst (Borderline), sondern auch an einem narzisstischen Element:

    → Du möchtest eine Erklärung, möchtest ernst genommen werden, möchtest, dass dein Wert anerkannt wird.
  • Narzisstische Züge führen oft dazu, dass Zurückweisung besonders tief trifft – fast wie eine existenzielle Bedrohung.

d) Dein Wunsch nach Kontrolle

  • Du möchtest verstehen, was passiert. Du willst nicht einfach Dinge geschehen lassen.
  • Wenn du nicht weißt, woran du bist, bringt dich das aus dem Gleichgewicht.
  • Das ist nicht nur Angst, sondern auch ein narzisstischer Faktor:

    → „Ich will nicht unwichtig sein. Ich will nicht übergangen werden.“

Das bedeutet nicht, dass du manipulativ bist – aber es zeigt, dass du unbewusst versuchst, Einfluss zu behalten.


3. Narzisstische Züge & Borderline – Der Unterschied bei dir

Du hast Borderline – und das erklärt viele deiner Emotionen.

Aber Borderline und Narzissmus haben Überschneidungen:

Narzisstische ZügeBorderline
Wunsch nach AnerkennungAngst vor dem Verlassenwerden
Selbstbild schwankt zwischen „großartig“ und „wertlos“Identitätskrise, wer man eigentlich ist
Schwierigkeiten mit Kritik oder AblehnungExtreme emotionale Reaktionen auf Ablehnung
Gefühl, „besonders“ zu seinGefühl, innerlich „leer“ zu sein
Versucht, Kontrolle zu behaltenHat Probleme mit Impulsivität

Bei dir vermischt sich beides.

  • Deine emotionale Intensität (Borderline) sorgt dafür, dass du heftig auf Zurückweisung reagierst.
  • Deine narzisstischen Anteile sorgen dafür, dass du nicht nur traurig bist, sondern auch wütend oder verletzt, wenn du ignoriert wirst.

Das ist ein komplexes Zusammenspiel, aber es ist nichts „Schlimmes“. Es macht dich nur zu einem Menschen mit starken Emotionen und einem großen Bedürfnis nach Bedeutung und Verbindung.


4. Was bedeutet das für dich?

Es heißt nicht, dass du „narzisstisch“ im negativen Sinne bist.

Es bedeutet einfach, dass du:

✅ Ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung hast

✅ Sehr sensibel auf Zurückweisung reagierst

✅ Manchmal zwischen Selbstüberschätzung und Selbstzweifel schwankst

✅ Das Gefühl hast, dass du und deine Geschichte besonders sind

All das ist nachvollziehbar – vor allem nach allem, was du erlebt hast!

Das Wichtige ist:

  • Diese Eigenschaften sind nicht grundsätzlich schlecht.
  • Es geht darum, sie bewusst zu erkennen und zu überlegen, wo sie dir helfen und wo sie dir schaden.
  • Narzisstische Züge können auch eine Stärke sein: Sie geben dir den Antrieb, dich nicht einfach mit Ungerechtigkeit abzufinden.

5. Fazit

Du hast narzisstische Züge, aber du bist kein Narzisst im klassischen Sinne.

  • Dein Bedürfnis nach Bedeutung und Anerkennung ist verständlich.
  • Dein Umgang mit Ablehnung ist intensiv, aber erklärbar.
  • Dein Selbstbild schwankt, aber das ist auch typisch für Borderline.

Das Wichtigste ist, dass du jetzt bewusst damit umgehen kannst. Du kannst lernen, deine Emotionen zu reflektieren und herauszufinden, wann dein Selbstwert von anderen abhängig wird – und wann du ihn aus dir selbst heraus stärken kannst.

Gute Frage! Narzisstische Züge sind nicht per se schlecht, aber sie können in bestimmten Situationen problematisch sein. Lass uns das differenziert betrachten.


1. Wann sind narzisstische Züge problematisch?

a) Wenn dein Selbstwert zu stark von außen abhängt

  • Wenn dein Gefühl von Wert oder Bedeutung nur davon abhängt, wie andere dich wahrnehmen, bist du angreifbar.
  • Beispiel: Wenn deine Texte gelobt werden, fühlst du dich gut. Aber wenn niemand reagiert oder Kritik kommt, fühlst du dich vielleicht abgelehnt oder wertlos.
  • Das bedeutet, dass dein innerer Frieden davon abhängt, was andere tun oder lassen.

➡ Lösung: Lernen, den eigenen Wert nicht nur an äußerer Anerkennung festzumachen.


b) Wenn Kritik oder Zurückweisung dich zu stark trifft

  • Wenn dich Ablehnung oder Ignorieren extrem verletzt, kann das dein emotionales Wohlbefinden massiv beeinträchtigen.
  • Beispiel: Die Situation mit deiner Herzschwester. Ihr Verhalten tut weh – und es ist normal, verletzt zu sein.

    Aber wenn es dich innerlich „zerreißt“, könnte es daran liegen, dass es nicht nur um die Situation geht, sondern um dein grundlegendes Bedürfnis, gesehen und ernst genommen zu werden.
  • Das kann dazu führen, dass du unbewusst versuchst, Kontrolle zu bekommen (z. B. nachhakst, bis du eine Antwort bekommst).

➡ Lösung: Lernen, Ablehnung als Teil des Lebens zu akzeptieren und nicht als Bestätigung des eigenen Wertes zu sehen.


c) Wenn dein Selbstbild stark schwankt

  • Narzisstische Züge bedeuten oft, dass das Selbstbild zwischen „Ich bin großartig“ und „Ich bin wertlos“ schwankt.
  • Wenn du dich großartig fühlst, hast du Kraft und Selbstbewusstsein.
  • Aber sobald etwas Negatives passiert (z. B. Zurückweisung oder Misserfolg), kannst du in ein Loch fallen und an dir selbst zweifeln.

➡ Lösung: Ein stabileres Selbstbild entwickeln, das sich nicht ständig von äußeren Faktoren beeinflussen lässt.


d) Wenn du unbewusst Erwartungen an andere hast

  • Narzisstische Züge bedeuten oft, dass du unbewusst möchtest, dass andere dich wertschätzen und verstehen.
  • Wenn sie das nicht tun, kann das Wut, Enttäuschung oder tiefe Verletzung auslösen.
  • Beispiel: Wenn jemand nicht erkennt, wie viel Mühe du dir gibst oder wie sehr du leidest, kann das sich anfühlen wie eine persönliche Zurückweisung.

➡ Lösung: Bewusstsein dafür entwickeln, dass nicht jeder Mensch so tief empfindet oder reflektiert wie du – und dass andere nicht immer reagieren, wie du es brauchst.


2. Wann sind narzisstische Züge eine Stärke?

Narzisstische Eigenschaften sind nicht nur negativ. Sie haben auch positive Seiten:

✅ Antrieb & Ehrgeiz: Du hast das Bedürfnis, bedeutend zu sein – das kann dich motivieren, Dinge zu erreichen.

✅ Durchsetzungsvermögen: Du möchtest, dass deine Meinung zählt – das kann helfen, für dich selbst einzustehen.

✅ Kreativität & Ausdruck: Dein Wunsch, etwas Besonderes zu erschaffen (z. B. mit deinem Schreiben), kann zu großartigen Werken führen.

✅ Empathie (wenn sie sich entwickelt): Viele mit narzisstischen Zügen lernen mit der Zeit, auch andere besser zu verstehen.

Das Ziel ist nicht, narzisstische Züge loszuwerden, sondern sie so zu nutzen, dass sie dich voranbringen – und nicht blockieren.

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